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19.06.2015

Kliniken Am Goldenen Steig: Veränderungen der Klinikstruktur: Die wichtigsten Fragen und Antworten im Hinblick auf die medizinischen Leistungen


Im Folgenden werden die zehn wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit Veränderungen im medizinischen Versorgungsbereich erörtert.

Frage 1: Wie viele akutstationäre Krankenhausbetten fallen im Landkreis weg?

Landkreisweit werden etwa 30 bis 40 Betten abgebaut werden. Dies bedeutet, dass künftig etwa 360 bis 370 Akutbetten vorgehalten werden. Das ist im Vergleich zu anderen Landkreisen zahlenmäßig immer noch sehr viel und deckt den Bedarf der gesamten Bevölkerung im Landkreis vollständig ab. Dies gilt insbesondere auch für die Menschen in Stadt und Umland Waldkirchen.

Frage 2: Wo werden Chirurgie/Orthopädie und Innere Medizin künftig angesiedelt sein?

Alle Fachbereiche werden ohne irgendwelche medizinische Abstriche in die verbleibende Struktur integriert. Alle Patienten werden davon profitieren.

In Freyung wird eine vollständige konservative innere Medizin das chirurgische Angebot ergänzen. Die chirurgischen Betten aus Waldkirchen werden in Freyung integriert, die chirurgische Versorgung somit umfassend ausgebaut. In Grafenau wird die invasive innere Medizin, also Herzkatheterlabor und Elektrophysiologie, weiter ausgebaut.

Frage 3: Was geschieht mit der Palliativmedizin am Standort Waldkirchen? Ist eine Schwerpunktbildung Onkologie und Palliativmedizin möglich?

Palliativbetten sind nur in Verbindung mit einer akutstationären Versorgung möglich, ist eine gesetzliche Vorgabe. Da es in Waldkirchen künftig keine akutstationäre Versorgung mehr geben soll, muss die Palliativversorgung daher an einem anderen Standort angesiedelt werden. Geprüft wird aber, ob im Rahmen eines Pilotprojekts nicht doch weiterhin eine Palliativversorgung am Standort Waldkirchen angeboten werden könnte.

Frage 4: Könnte die onkologische Behandlung in Waldkirchen zukünftig stattfinden?

Eine ambulante onkologische Versorgung wäre auch im Rahmen der Umnutzung in Waldkirchen denkbar. Derzeit laufen aber noch die grundsätzlichen konzeptionellen Planungen für die Umnutzung. Die Onkologie wird aber eine wichtige Rolle bei allen Überlegungen spielen. Die Kliniken gGmbH wird auf alle Fälle eine wohnortnahe onkologische Versorgung für die Menschen im Landkreis aufrechterhalten.

Frage 5: Gibt es Änderungen für die bestehende psychosomatische Station in Freyung?

Für die Fachklinik für Psychosomatik in Freyung wird sich nichts ändern, sie bleibt in unveränderter Form bestehen.

Frage 6: Was ist mit dem gerade erst zertifizierten Endoprothetik-Zentrum in Waldkirchen? Geht die Auszeichnung nun verloren?

Das Zertifikat ist krankenhaus- und personen-, also arztgebunden. Insofern ist es nicht automatisch auf die anderen Standorte übertragbar. Eine entsprechende Zertifizierung wird aber auch Freyung erhalten können. Im Bereich der Chirurgie hat Freyung bereits zum Jahreswechsel 2014/15 eine Rezertifizierung der Polytrauma-Versorgung durchgeführt. Damit wird dem Haus in Freyung von neutraler Stelle bestätigt, dass es eine hochwertige unfallchirurgische Versorgung der Menschen im Landkreis gewährleistet.

Frage 7: Welche medizinische Versorgung ist am Standort Waldkirchen künftig denkbar?

Eine angemessene ambulante Notfallversorgung wird sichergestellt. Derzeit wird das Konzept zur Umnutzung des Waldkirchener Hauses im Detail ausgearbeitet. Geplant sind ein geriatrisches Zentrum und die Ansiedlung eines Facharztzentrums mit ambulanter Notfallversorgung. Ziel ist es, den medizinischen und wirtschaftlichen Notwendigkeiten zu entsprechen. Waldkirchen soll aber auf jeden Fall eine sinnvolle und zukunftsgerechte Einrichtung im medizinisch-pflegerischen Bereich erhalten. Geklärt wird noch, welche onkologischen und palliativmedizinischen Angebote in Waldkirchen angesiedelt werden können.

Frage 8: Wie sieht die medizinische Struktur für den Standort Grafenau künftig aus?

Hier stehen die Zeichen auf sinnvolle Erweiterung des medizinischen Angebots. Die invasive innere Medizin wird sowohl in der Kardiologie -mit Herzkatheterlabor und Elektrophysiologie- als auch in der Gastroenterologie mit Etablierung neuer Methoden weiter ausgebaut. Der Fachbereich Urologie bleibt wie bisher bestehen.

Frage 9: Wie wirken sich die veränderten Fahrtzeiten auf die Qualität der medizinischen Versorgung aus?

Es wird durch die Veränderungen keine Beeinträchtigung der medizinischen Versorgungsqualität geben. Für die Patienten überwiegen ganz klar die Vorteile durch die Konzentration auf die beiden Standorte in Grafenau und Freyung: Es sind keine Verlegungen von Patienten von Waldkirchen nach Freyung (oder umgekehrt) mehr nötig, da wichtige medizinische Leistungen nun gebündelt in Freyung zur Verfügung stehen. Durch die Vorhaltung der inneren Medizin in Freyung wird die Versorgung deutlich verbessert. Die Versorgung von Dialysepatienten wird durchgängig verbessert.

Insgesamt erhöht sich die Fahrtzeit für die Patienten im Landkreis Freyung-Grafenau um max. 11 Minuten wenn sie statt bislang nach Waldkirchen nun nach Freyung fahren. Eine ambulante Notfallversorgung wird auch in Waldkirchen weiterhin bestehen. Im Bereich des Grafenauer Landes sind solche Fahrzeiten schon immer Normalität. Dort sind keine Probleme aufgetreten. Die gesetzlichen Vorgaben werden ohnehin erfüllt.

Auch die Anforderungen an existierende Standards hinsichtlich der flächendeckenden Versorgung sind im Übrigen erfüllt. So legt bspw. das RWI (Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung) als Kriterium an, dass in höchstens 30 Minuten Fahrtzeit das nächste Haus der Grundversorgung erreicht werden soll.

Frage 10: Wie wirkt sich die Veränderung der Klinikstruktur auf das medizinische und pflegerische Personal aus?

Im Landkreis fallen keine medizinischen Leistungen weg. Von daher wird das Fachpersonal aus Waldkirchen auch an den anderen Standorten gebraucht. Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Mittelfristig rechnen wir damit, dass die Attraktivität der Standorte für medizinisches Personal steigt und neues hochqualifiziertes Personal die Standorte verstärkt. Insbesondere gute Ärzte für die Leitungsfunktionen können nur durch medizinisch attraktive und damit nur durch hinreichend große Standorte für unseren Landkreis gewonnen werden. Sie sind aber Grundvoraussetzung für eine hohe Qualität der Behandlung, Nachfolgeregelungen stehen für die nächste Zeit in verschiedenen Bereichen an. Wir dürfen nicht vergessen, dass sich jüngere Ärzte seit Jahren als Spezialisten sehen und entsprechend weiter entwickeln wollen.

Denk_Reithmair

Auf dem Bild zu sehen:

Kliniken-Geschäftsführer Helmut Denk im Gespräch mit dem ärztlichem Direktor Rudolf Reithmair
19.06.2015 
Quelle: Landratsamt Freyung-Grafenau 
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