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Wirtschaft und Tourismus - Foto Aptar

Land- und Forstwirtschaft

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft in unserem Landkreis wird geprägt durch ein rauhes Mittelgebirgsklima mit einem hohen Waldanteil. Jahrzehntelang litt die gesamtwirtschaftliche Entwicklung durch die Randlage im Grenzgebiet zu Tschechien und Österreich. In der Folge kam es auch im Landkreis Freyung-Grafenau deshalb relativ spät zum Strukturwandel in der Landwirtschaft, der sich jedoch seit Jahren vollzieht und auch an den Bauern im Landkreis Freyung-Grafenau nicht spurlos vorübergeht. So sinkt die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe und auch die Zahl der in der Landwirtschaft tätigen Personen verringert sich weiter.

Betriebe

Die ca. 1775 bei uns ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe - die meisten davon liegen in Höhenlagen zwischen 500 und 700 m über NN - weisen hinsichtlich der Betriebsgrößen folgende Strukturen auf:

935 Betriebe -   1 bis   9 ha
395 Betriebe - 10 bis 20 ha
165 Betriebe - 21 bis 30 ha
175 Betriebe - 31 bis 49 ha
105 Betriebe - ab 50 ha

Weitere Informationen zur Landwirtschaft in unserem Landkreis:

Amt für Landwirtschaft und Forsten - Dienstort Regen

Bodenmaiser Str. 25
94209  Regen
+49 9921/608-0

Amt für Landwirtschaft und Forsten - Dienstort Waldkirchen

Bahnhofstr. 20
94065 Waldkirchen

 

Forstwirtschaft

Forstbanner

Der Wald prägt das Gesicht des Landkreises Freyung-Grafenau im Dreiländereck, wo Bayern an die Tschechische Republik und Österreich grenzt. Mit einem Waldanteil von fast 60 % zählt der Landkreis Freyung-Grafenau zusammen mit dem Landkreis Regen zu den waldreichsten Landkreisen der Bundesrepublik Deutschland. Der Wald hat damit für die gesamte Region eine herausragende ökonomische, ökologische und touristische Bedeutung.

Waldfläche deren Nutzung

Bei einer gesamten Waldfläche von 559 km² ist der Freistaat Bayern mit 281 km² der größte Waldbesitzer im Landkreis Freyung-Grafenau. Die Forstbetriebe Neureichenau und Bodenmais sowie der Nationalpark Bayerischer Wald bewirtschaften bzw. schützen die Wälder entlang des Grenzkammes. Rund 278 km² Wald ist im Besitz von Privatpersonen bzw. Kommunen. Typisch für diesen Privat- und Körperschaftswald ist, dass er sehr klein parzelliert ist. Auf jeden der rund 8.000 Waldbesitzer fallen nur knapp 3 ha Wald, was für die Bewirtschaftung eine außergewöhnliche Erschwernis darstellt. Die Waldbesitzervereinigung Freyung-Grafenau w. V. kümmert sich daher als Zusammenschluss ihrer 1.600 Mitglieder um eine gemeinsame Bewirtschaftung des Waldes und insbesondere um eine gemeinsame Vermarktung des Holzes. Der Holzvorrat in den Wäldern im Landkreis Freyung-Grafenau beträgt ca. 14 Mio. Festmeter. Bei einem jährlichen Holzzuwachs von rund 320.000 Festmeter werden bisher nur etwa 170.000 Festmeter pro Jahr wirtschaftlich genutzt.  

Hackschnitzel

Der Landkreis Freyung-Grafenau, als kommunale Gebietskörperschaft, sieht hier seine Chance: Nach der Ausstattung des landkreiseigenen Bauhofes mit einer Hackschnitzelheizung im Jahr 2005 geht man auch bei den Schulzentren in Freyung und in Grafenau fortschrittliche Wege. Der Kreistag hat bereits im Jahr 2005 beschlossen, die beiden Schulzentren in Freyung und in Grafenau, jeweils bestehend aus Gymnasium und Realschule sowie angeschlossenem Hallenbad, über moderne und leistungsfähige Holzhackschnitzelanlagen zu versorgen. Der jährliche Verbrauch an Hackschnitzeln beträt dort rund 7.600 m³, das entspricht der Ladung von rund 84 Sattelzügen. Die CO2-neutrale Verbrennung erspart der Umwelt gegenüber einer mit Erdgas betriebenen Heizung im Jahr rund 800 Tonnen CO2. Gleichzeitig ist die Biomasse ein heimischer Energieträger, der nachhaltig produziert wird und nicht importiert werden muss. Der Landkreis Freyung-Grafenau geht mit gutem Beispiel voran und stärkt damit auch die heimische Wirtschaft, denn die Hackschnitzel werden von der ansässigen Waldbauernvereinigung Freyung-Grafenau w. V. geliefert.

Zahlen und Fakten

Der Landkreis Freyung-Grafenau verfügt über eine Fläche von 984,2 km², davon sind rund 57 % also 559 km² Wald.
Der Holzvorrat in m³ ist ca. 14 Millionen, der Holznachwuchs im Jahr ca. 320.000 und die Holznutzung ca. 170.000.

Waldgesellschaften

Die Wälder im Dreiländereck gliedern sich in 3 typische Waldgesellschaften:

  • In den Tallagen (600 - 750 m), die rund 10 % der Fläche einnehmen, stocken sog. Aufichtenwälder; das sind reine, natürliche  Fichtenwälder mit etwas Birke und teilweise etwas Tanne.
  • In den Hanglagen (750 - 1.150 m), die rund 75 - 80 % der Fläche einnehmen, stocken Berg-Mischwälder aus Buche, Fichte, Tanne, angereichert mit Ahorn, Ulme und Esche; teilweise kommt hier noch die seltene Eibe vor.
  • In den Hochlagen (über 1.150 m), die ebenfalls rund 10 % der Waldfläche einnehmen, stocken subalpine Fichtenwälder mit Vogelbeere und einzelnen Bergahorn.

Ilztal

ZilleEine Besonderheit im Landkreis bildet das wärmebegünstigte Ilztal, hier dominieren Buchenwälder mit Tanne und Fichte, teilweise - wie bei Fürsteneck - gibt es ausgedehnte Lindenwälder.