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Der lange Weg zu einem besseren ÖPNV für alle

Der öffentliche Personennahverkehr, kurz ÖPNV ist in ländlichen Regionen eine schwierige Angelegenheit. So auch im Landkreis Freyung-Grafenau. Im Vergleich zu städtisch gepräg-ten Bereichen müssen wenige Menschen auf verhältnismäßig langen Strecken befördert werden. Das Angebot konzentriert sich daher traditionell auf den Schülerverkehr. Die Fahr-pläne im ländlichen Raum sind auf seine Bedürfnisse zugeschnitten. Viele Linienbusse ver-kehren nur unter der Woche und nur zu Schulzeiten, an Wochenenden und in den Schulfe-rien ist das ÖPNV-Angebot auf dem Land sehr dünn gesät.

Dabei soll es im Landkreis Freyung-Grafenau aber nicht bleiben. „Wir müssen mit dem ÖPNV echte Mobilität anbieten, und zwar für jeden. Ich bin mit den Bürgermeistern und Kreisgremien darin einig, dass wir ein besseres, innovatives ÖPNV-Angebot brauchen. Des-halb wurde ein neues Konzept erarbeitet, das nun an den Start gegangen ist,“ fasst Landrat Sebastian Gruber die Ausgangslage zusammen.
„Wir leben in einer Gesellschaft, in der Mobilität ein zentrales Gut ist. Senioren wollen mobil bleiben, Jugendliche wollen Freizeitangebote nicht mehr nur am Wohnort nutzen, Pendler suchen häufiger als früher Alternativen zum Auto. Der Bedarf ist also da,“ schildert Michael Atzinger, ÖPNV-Verantwortlicher am Landratsamt, die Situation. Um den potentiellen Fahr-gästen aber auch wirklich attraktive Beförderungsmöglichkeiten bieten zu können, mussten Verbesserungen des gewohnten Angebotes auf den Weg gebracht werden. In einem Flä-chenlandkreis mit der Siedlungsstruktur des Landkreises ist das freilich ein schwieriges Unterfangen.


Hinzu kommen weitere Maßnahmen, um möglichst vielen Menschen im Landkreis Mobilität durch ÖPNV anbieten zu können. Es soll nicht nur ein Netz aus Hauptlinien in dichtem Takt und weiteren Linien als Ergänzungsachsen geschaffen werden. Ergänzt werden soll dies noch durch sog. bedarfsgesteuerte Verkehrsangebote (Rufbusse).


Um das ÖPNV-Angebot künftig möglichst bedarfsgerecht steuern zu können, wurde der Landkreis zudem in fünf Teilräume untergliedert. Innerhalb dieser Bereiche werden die Li-nien unabhängig von ihrer jeweiligen Wirtschaftlichkeit zu einem einheitlichen Bündel zu-sammengefasst. Konzessionen gibt es also nur noch für das gesamte Bündel, das alle Linien umfasst, ertragsschwache ebenso wie ertragsstarke. „Damit haben wir erreicht, dass das ÖPNV-Angebot nicht mehr davon bestimmt wird, wieviel der Unternehmer auf der einzelnen Linien verdienen kann. So können endlich die Bedürfnisse der Nutzer in den Vordergrund treten“, erörtert der ÖPNV-Verantwortliche.


Informationen über das neue Angebot erhalten alle Interessierten auf der Homepage des Landratsamtes. Nutzern, die sich auch traditionell informieren wollen oder individuelle Anlie-gen haben, können sich an die neugeschaffene Mobilitätszentrale im Landratsamt wenden. Sie ist unter Telefon 08551-57319 und 08551-57320 erreichbar, Montag bis Donnerstag von 8:00 Uhr bis 15:00 Uhr und am Freitag von 8:00 Uhr bis 12:00 Uhr.

E-Mail: oepnv@lra.landkreis-frg.de oder rufbus@lra.landkreis-frg.de

Während die Schnellbuslinie als Hauptachse bereits quer durch den gesamten Landkreis neue Beförderungsmöglichkeiten bietet, betreffen die übrigen Neuerungen zunächst einmal nur zwei Teilbereiche mit den Städten Freyung und Waldkirchen sowie den Gemeinden Per-lesreut, Röhrnbach, Ringelai, Fürsteneck, Hinterschmiding, Hohenau, Mauth, Philippsreut und Haidmühle. „Aber bereits zum 01.09.2018 wird das neue Konzept in den übrigen Teilbe-reichen umgesetzt“, kündigt ÖPNV-Verantwortlicher Michael Atzinger an.