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(Junge) Menschen in der Region halten

Regionalmanager Stefan Schuster berichtet über vergangene und zukünftige Projekte

Junge Menschen in der Region haltenKnapp zehn Jahre gibt es das Regionalmanagement des Landkreises Freyung-Grafenau nun schon. Zehn Jahre, in denen laut Landrat Sebastian Gruber viel in der Region passiert sei, wie er der jährlichen Sitzung des  Lenkungsgremiums  im Gasthof Brodinger  sagte. Wie in der Vergangenheit sei es auch in Zukunft das gemeinsame Ziel, die Region „vorwärts zu bringen“ und diese vor allem  wirtschaftlich zu stärken, um Sekundärziele wie zum Beispiel eine gute ausgebaute Infrastruktur zu erreichen.

Regionalmanager Stefan Schuster verschaffte dem Gremium, welches sich unter anderem aus Vertretern von Landratsamt,  Regierung von Niederbayern, Amt für ländliche Entwicklung, Heimatministerium,  Wirtschaft sowie Schulen zusammensetzt, einen Überblick über einige Projekte bzw. Einzelmaßnahmen der laufenden Förderperiode, die Ende des Jahres ausläuft. Darunter: mehrere Fahrten nach Tschechien im Sinne der „guten Nachbarschaft“; der sogenannten „Bayerwald Hackathon“ , bei dem IT-Affine 24 Stunden lang Lösungen für verschiedensten IT-bezogene Probleme suchten; oder nach München entsandte Promotionteams,  also junge Menschen aus der Region, die in der Landeshauptstadt versuchten, den dort Lebenden die Vorzüge des Landkreises  zu übermitteln.

Auch einen „Junglehrerempfang“ gab es im vergangenen Jahr. Dazu wurden Junglehrer und Referendare aller Schulen im Landkreis eingeladen, um diese über die Region zu informieren und möglicherweise  für die Wertigkeit der Region zu sensibilisieren.

Generell sehe man Lehrer als wichtige Multiplikatoren, die vor allem den Schülern die Besonderheiten der Region vermitteln können. Eines der übergeordneten Ziele sei es laut Schuster nämlich, nicht nur Zuzüge von Familien und qualifizierten Fachkräften zu generieren, sondern vor allem auch junge Menschen  in der Region zu halten und zu zeigen, dass es auch im Landkreis attraktive Jobs und Unternehmen gibt. „Vielen Jugendlichen ist oft nicht bekannt, welche hochwertigen Betriebe wir hier haben“, so Schuster.

Hierfür veranstaltete man beispielsweise mit der Realschule Grafenau eine „Was-will-ich-werden-Woche“, in der Schüler die Möglichkeit hatten, an fünf Tagen in mehrere Betriebe reinzuschnuppern. „Es war eine große Herausforderung, für 91 Teilnehmer so viele verschiedene Unternehmen zu finden, die mitmachten. Umso mehr freut es mich, dass das so gut geklappt hat“, berichtete Rainer Arndorfer von der Realschule Grafenau.

Aber auch den Abiturienten müsse eine Rückkehr nach dem Studium schmackhaft gemacht werden. „Die Tatsache, dass Abiturienten zum Studium aus der Region weggehen, ist auf Grund der nicht vorhandenen Hochschulen nicht zu ändern. Aber was machen die jungen Erwachsenen nach dem Studium? Hier müssen wir ansetzen und ihnen zeigen, dass es mit deren Qualifikation attraktive Jobs bei uns gibt“, so Schuster. Hierfür gab es 2017 einen Studien- und Berufsinformationstag, an dem sich unter anderen Hochschulen und Universitäten aus dem Bereich der Europaregion Donau-Moldau präsentierten und Akademiker, die in der  Region arbeiten, darlegten, weshalb sie sich bewusst für die Region entschieden haben.

Mit Blick auf die neue Förderperiode, die ab dem 1. Januar 2019 wirksam ist, befinde man sich laut Schuster derzeit in der Vorbereitung des Förder-Antrages. Zur bisherigen Förderhöchstsumme von 100 000 Euro kämen bei Genehmigung weitere 50 000 Euro für „Räume mit besonderem Handlungsbedarf“.

Auch weiterhin sollen dann die übergeordneten Handlungsfelder „Demografischer Wandel“, „Wettbewerbsfähigkeit“ und „Regionale Identität“ im Mittelpunkt stehen, so Schuster. Vor allem der Fachkräftemangel sei ein Problem, welches auch zukünftig bestehe. „Man muss dabei genau überprüfen, an welchen Fachkräften es genau mangelt. Und das sind in erster Linie die  beruflich Qualifizierten, also diejenigen, die eine Ausbildung machen“, merkte Christina Auberger von der IHK an. Hierfür wolle man laut Schuster eine Sozialraumanalyse durchführen,  die bereits dem Förderantrag beigelegt werden soll.

Bedeutender Bestandteil des Gesamtkonzepts bleibe auch weiterhin die  Imagekampagne „mehr als du erwartest“. Hiermit habe der Landkreis bereits „eine Duftmarke gesetzt“, so Landrat Gruber. Die Übermittlung der „weichen Faktoren“ mit der schönen Natur und dem günstigen Wohnen, vor allem im Vergleich zu den umliegenden Metropolen,  sei wichtig und solle die Region für jedermann attraktiv machen, erklärte Schuster.

Ein Problem, auf das Sebastian Bauer von der Regierung von Niederbayern hinwies, ist es, langfristige Projekte in der Förderung zu halten. Hierfür müssten nämlich immer wieder neue Akzente gesetzt werden. Beispielhaft wurde die woid.card genannt, welche sich gut etabliert habe. „Irgendwann sind  hier die Grenzen der Förderungen erreicht, dann muss man sich andere Finanzierungsmittel überlegen“, so Bauer. Dem sei man sich laut Schuster bewusst. Für die neue Förderperiode habe man sich für die woid.card mit den Mittelschülern eine neue und weitere Zielgruppe überlegt.

Insgesamt zeigten sich die Anwesenden zufrieden über die Arbeit des Regionalmanagements und die gemeinsamen Projekte. Auch Schuster freue sich auf einen weitere „konstruktive Zusammenarbeit.“

Selbstverständlich werde das zehnjährige Jubiläum in diesem Jahr auch gefeiert, nämlich am 1. August im Freilichtmuseum in Finsterau, so Gruber.

Bildunterschrift:

Der Lenkungsausschuss Regionalmanagement hatte an der Arbeit von Regionalmanager Stefan Schuster (5. von links) nichts auszusetzen.

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