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Hier wird die neue Partnerschaft besiegelt

Landkreis Freyung-Grafenau und südböhmische Stadt Trebon wollen künftig noch enger zusammen arbeiten

neue Partnerschaft besiegeltIn einem Festakt im historischen Fürstenzimmer im Schloss Wolfstein in Freyung haben Landrat Sebastian Gruber und Trebons Bürgermeisterin Terezie Jenisová die Partnerschaftsurkunde des Landkreises Freyung-Grafenau und der Stadt Trebon mit der Unterzeichnung die Urkunde besiegelt. In der Urkunde wurde eine Vereinbarung zur Stärkung der Freundschaft zwischen beiden getroffen.


Neben der Steigerung der Wertschätzung und des gegenseitigen Verständnisses sollte ein Beitrag zur Erhaltung des Verhältnisses zwischen Deutschland und Tschechien geleistet werden. Gut 30 geladene Gäste, Vertreter der Kommunalpolitik, der Kreisjägerschaft, Kreisheimatpfleger und Vertreter der Treboner Schulen nahmen an der stimmungsvollen Feier teil, die von Manuel Wagner mit einem Arrangement böhmischer Komponisten musikalisch umrahmt wurde. Eingebettet war die Unterzeichnung in ein abwechslungsreiches Programm, das mit einer Führung im Schlossmuseum startete.


In seiner Rede, die von Dolmetscher Miroslav Dudycha für die tschechischen Gäste übersetzt wurde, stellte Landrat Gruber heraus, dass es ihn freue, nun mit der Delegation aus Trebon auch auf deutscher Seite die Partnerschaftsurkunde zu unterzeichnen. Er merkte an, dass der Landkreis auf der Ebene der lokalen Institutionen, Vereine und Organisationen mit Trebon zusammenarbeiten und die freundschaftlichen Beziehungen in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens unterstützen werde. „Wer sich grenzüberschreitend engagiert, lernt, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Wir können voneinander profitieren. In den Regionen, in unmittelbarer Nähe zur tschechischen Republik, wird schon länger nicht mehr die trennende Grenze wahrgenommen. Ich hoffe, dass sich Tschechen und Bayern künftig noch stärker dessen bewusst sind, dass die Zeit der Trennung vorbei ist und die Zeit der Freundschaft begonnen hat.“ So wurden in den letzten Jahren am Landratsamt Freyung-Grafenau verschiedene Initiativen zu grenzüberschreitenden Projekten und Partnerschaften gestartet, so Gruber. Es bestehe schon seit vielen Jahren eine intensive Partnerschaft zwischen der städtischen Bibliothek in Prachatitz und der Kreisbibliothek in Freyung.


Jedes Jahr werden Studierende der Südböhmischen Universität Ceske Budevovice im Rahmen eines zweimonatigen Praktikums am Landratsamt eingesetzt. Dies hat unter anderem dazu beigetragen, dass seit 2011 die Homepage des Landkreises auch in tschechischer Sprache verfügbar ist. Zudem werden an verschiedenen weiterführenden Schulen im Landkreis Vorträge über das tschechische Bildungssystem angeboten. In Zusammenarbeit mit den Projektpartnern im tschechischen Ckyne konnte in den letzten Jahren im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes „Landschaft verbindet“ der Ausbau der ehemaligen Synagoge in Ckyne zum Kulturzentrum und die Neugestaltung des Museums „Jagd Land Fluss“ im Schloss Wolfstein realisiert werden. Auch der Nationalpark Sumava hat diese Projekte nachhaltig unterstützt. Aber auch im Bereich des Katastrophenschutzes finde eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit statt. Als Beispiel nannte Gruber hier die länderübergreifende Waldbrandübung, die heuer am Dreiländereck stattgefunden hat.


Im vergangenen Jahr kamen auch die ersten Kontakte zwischen Schulen aus Trebon und aus dem Landkreis zustande. Auf Einladung des tschechischen Kurortes besuchten im letzten Jahr die Jagdhornbläsergruppe Wolfstein, die ARGE Blasmusik FRG und die Koishüttler Rauhnachtsgeister das südböhmische Trebon. Ebenso bereichern Kulturfahrten die bilateralen grenzüberschreitenden Kontakte. „Heuer wurde bereits ein grenzüberschreitendes Jugendfußballturnier durchführt“, so Gruber.


Auch Trebons Bürgermeisterin Terezie Jenisová brachte in ihrer Rede, die von Dolmetscherin Michaela Kolarova übersetzt wurde, ihre Freude über die Verbundenheit und die entstandene Freundschaft zwischen dem Landkreis Freyung-Grafenau und ihrer Heimatstadt zum Ausdruck. Sie betonte, dass bereits in der Urkunde, die vor zwei Monaten in Trebon unterzeichnet wurde, deutlich war, dass ein partnerschaftliches Verhältnis entstanden sei.


Die Besucher im Fürstenzimmer bekamen aber auch nachdenkliche Worte über die Entwicklung in Tschechien zu hören. „Zwei Monate bedeuten aus der Sicht der durchschnittlichen Lebensdauer keinen langen Zeitabschnitt. Es zeigt jedoch, dass wir mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Samtrevolution immer noch von Vorurteilen geprägt sind, nicht genug Mut haben, dem demagogischen Zwang zu widerstehen und können nicht mit der Freiheit verantwortlich umgehen, die uns im Jahre 1989 zurückgegeben wurde. Die Abgeordnetenwahlen haben leider bewiesen, wie wir als Nation wenig bürgerlich verantwortlich sind. Das Land beginnt sich um 180 Grad zu drehen und strebt gefährlich dem Osten zu. In dieser schwierigen Zeit ist die Partnerschaft unserer Stadt mit dem bayerischen Nachbarn Gold wert. Sie sind ein Vorbild für uns auf dem dornigen Weg zur Demokratie und eine Motivation, die momentane Situation zu überwinden.“


Beim anschließenden gemeinsamen Abendessen in der Taverne bestand für die tschechischen Gäste aus Trebon und den Gastgebern genügend Gelegenheit, Gespräche über dienstliche aber auch private Angelegenheiten zu führen.

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