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Was junge Menschen bewegt

Erste Jugendkonferenz im Landkreis ein Erfolg – Jugendliche äußerten Wünsche: von Skater-Park bis ÖPNV

Was junge Menschen bewegtDas hier sei nur der Anfang; viele weitere Schritte müssten folgen, so resümierte Kreisjugendpflegerin Martina Kirchpfening nach der ersten Jugendkonferenz im Landkreis Freyung-Grafenau im Haidl-Atrium in Röhrnbach. Aber wenn der Anfang als Omen gelten kann, dann gehe die Jugendarbeit im Landkreis  guten Zeiten entgegen.

Rund 120 Jugendliche, die konzentrierte Arbeit leisteten, trafen auf Landrat Sebastian Gruber, Bürgermeister und Jugendbeauftragte, die interessiert zuhörten, viele Anregungen mitnahmen, Hilfe bei verschiedenen Anliegen versprachen und generell die Beteiligung der Jugendlichen sehr begrüßten.

Es waren nicht ganz so viele Bürgermeister gekommen, wie es sich die Veranstalter rund um Kirchpfening und Thomas Seidl vom Amt für Jugend und Familie im Landratsamt gewünscht hatten. Aber, die, die da waren, hörten dafür umso besser zu, nahmen Anregungen mit und – so hofft Kirchpfening – werden bei ihren Kollegen Werbung für dieses Format machen.

„Ein Bürgermeister, der wissen will, was die Jugendlichen in seiner Gemeinde bewegt und wie er sie dazu bewegen kann, im Dorf zu bleiben und mitzumischen, der hatte heute die beste Gelegenheit dazu“, so Kirchpfening. Auch bei der zahlenmäßigen Beteiligung der Jugendlichen sah Kirchpfening noch Luft nach oben, jedoch sei es für das erste Mal eine ordentliche Zahl.

Die Stadt Freyung war mit am besten vertreten, da aus der Mittelschule gleich mehrere Klassen angereist waren. Ähnliches könnte sich die Kreisjugendpflegerin bei einer Wiederholung der Veranstaltung auch aus anderen Orten vorstellen. Die anwesenden kommunalen Spitzenvertreter jedenfalls waren überrascht, wie breit die Themenpalette war, die die Jugendlichen den ganzen Vormittag über zusammengetragen und für die Politiker auf Stellwänden präsentiert hatten.

Es ging zwar auch um den wohl eher erwarteten Skater-Platz als jugendkulturellen Treffpunkt, aber darüber hinaus fanden sich auch Themen wie Ausbesserung von Straßen, leerstehende Dorfkerne, fehlende Einkaufsmöglichkeiten sowie der Wunsch nach einem stärker ausgebauten Nahverkehr oder nach mehr und speziell auf die Jugend zugeschnittenen Freizeitmöglichkeiten – sei es mehr Jugendtreffs, Büchereien oder auch mal ein Jugendkulturtag mit Poetry Slam, Trendsportarten sowie HipHop- und Tanzveranstaltungen.

Landrat Gruber zeigte sich überrascht, welch kleine Rolle das Digitale bei den Vorschlägen spielte. „Vieles von dem, was heute vorgestellt wurde, dreht sich um Treffpunkte und um den direkten Austausch.“ Hier gelte es, die Ideen der Jugendlichen aufzunehmen. Mit dem was sie präsentierten, hätten die Jugendlichen gleichzeitig die tägliche Arbeit in den kommunalen Gremien sehr breit abgebildet, erklärte er anerkennend.
Schon bevor die Politiker auf die Jugendlichen trafen, hatte Moderatorin Karola Kellner eine positive Überraschung für sie: Bei einer Abfrage zu Beginn der Veranstaltung sahen die Schüler zwar durchaus einiges an Verbesserungspotential im Landkreis, aber keiner von ihnen stellte sich in die „Ich muss hier unbedingt weg“-Ecke. „Wir nehmen also mit, es gibt einiges zu tun, aber die Jugendlichen wollen eigentlich gerne hierbleiben. Das ist doch sehr positiv“, so Landrat Gruber.

Die Nervosität war im Vorfeld und während der Veranstaltung durchaus zu spüren, aber nach der ersten Jugendkonferenz im Landkreis  konnte man aus den Gesprächen ablesen, alle Beteiligten waren sehr zufrieden: die Jugendlichen, die Organisatoren rund um Kirchpfening und auch die anwesenden Kommunalpolitiker. „Dafür, dass es das erste Mal war, ist es wirklich gut gelaufen“, sagte Kirchpfening nach der Veranstaltung. 

Nach den 13 Jugendforen, die in den einzelnen Gemeinden bereits vorher stattgefunden hatten, sei die Jugendkonferenz auf Landkreisebene der nächste logische Schritt gewesen. Nun gelte es, zuzusehen, dass die Fragen und Themen, die die Jugendlichen aufgeworfen haben, auch bearbeitet werden und die Konzepte nicht in der Schublade verschwinden. „Die Jugendlichen müssen sehen, dass sich ihr Engagement gelohnt hat und Früchte trägt“, so die Kreisjugendpflegerin.
Auch könnten solche Foren und Konferenzen nur ein Anfang sein, ein Zwischenschritt. Die Einbindung der Jugendlichen müsse dauerhaft gewährleistet sein. „Wenn wir junge Menschen im Landkreis halten wollen, müssen wir Strukturen schaffen, die es ihnen erleichtern, sich einzubringen. Sie müssen gehört werden“, forderte Kirchpfening. Es brauche dauerhafte Ansprechpartner in jeder Gemeinde, bei denen die Jugendlichen sich auch trauen, auf sie zuzugehen. Ob dies eine hauptamtliche Jugendpflegerin sei, ein Jugendbeauftragter des Gemeinderates oder auch sonst jemand, der diese Funktion ehrenamtlich übernehme, sei je nach Situation zu entscheiden. Hauptsache, das Angebot sei möglichst niederschwellig und der- oder diejenige sei langfristig als Ansprechpartner/in vor Ort. Kirchpfening bot auch an, den Gemeinden jederzeit für Gespräche zur Verfügung zu stehen, sollten sie solch eine Stelle schaffen wollen. Auch die Jugendforen laufen weiter.

BIldunterschrift:

Die Jugendlichen im Austausch mit Landrat  und kommunalen Vertretern. Im Hintergrund sind die Stellwände mit den Themen, die die Schüler bewegen, zu sehen.

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