Hilfsnavigation

Luftaufnahme - www.overfly.de

Sprachdefizite durch Förderung ausgleichen

Wer mit Sprachdefiziten in seine Schulkarriere startet, bei dem bleibt der Schulerfolg oft aus. Deshalb ist eine gezielte Sprachförderung schon vor dem Eintritt in die Grundschule notwendig.

Sprachdefizite durch Förderung ausgleichenWelche Angebote es in diesem Bereich gibt, was man machen kann und wie Grundschule und Kindergarten zusammenarbeiten können, darüber informierten sich jetzt 30 Pädagoginnen auf einer Fortbildung, die das Landratsamt Freyung-Grafenau, Amt für Kinder und Familie, in den Räumen der Grundschule Grafenau organisiert hatte.

„Vorkurs Deutsch 240“ nennt sich das Angebot mit dem man alle Kinder in Kindertageseinrichtungen mit zusätzlichem Unterstützungsbedarf im Deutschen erreichen will.  Gleich zwei Ministerien, das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration und das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst stehen hinter dem Vorkurs. Er soll allen Mädchen und Buben helfen, die Probleme mit der Sprache haben, egal ob es sich bei ihnen um deutschsprachig aufwachsende Kinder handelt, oder um solche, die in Migrantenfamilien mit einer anderen Muttersprache groß werden.

Grundsätzlich ist der Vorkurs ein Angebot der Kita für Kinder im letzten Jahr vor der Einschulung, in Kooperation mit der Grundschule als Tandempartner. Im vorletzten Kindergartenjahr wird dabei die sprachliche Kompetenz in der deutschen Sprache erhoben. Im Anschluss werden mithilfe spezieller Sprachförderung in Form des „Vorkurs Deutsch 240“ Lücken oder Defizite ausgeglichen, um einen guten Weg in die bevorstehende Schulzeit zu bereiten. Die Individuelle Sprachförderung wird von den
Kindertageseinrichtungen in Zusammenarbeit mit den Grundschulen umgesetzt. In einer Gruppe von sechs bis acht Kindern stehen der Dialog, Geschichten, Nacherzählungen und das dialogische Vorlesen mit den Kindern im Vordergrund.

Die Dozentinnen Claudia Hasenkopf, Schulleitung an der Grundschule Straßkirchen und Beraterin für Migration sowie Anna Petrilak-Weissfeld, Kindheitspädagogin und Sprachberaterin, stellten den Teilnehmerinnen die rechtlichen Grundlagen, die Organisation und die Konzeption des Vorkurses Deutsch vor. Außerdem ging es um die Bereiche Beobachtung und Dokumentation sowie Früherkennung von Sprachentwicklungsstörungen. Die anwesenden Grundschullehrerinnen und Fachkräfte der Kindertageseinrichtungen durften sich auch mit praktischen Materialien aus der Sprachförderung auseinandersetzen. Zur Abrundung des lehrreichen Tages bestand für die Teilnehmerinnen die Möglichkeit, selbst in die Rolle einer Vorkurspädagogin zu schlüpfen und sich im Zusammenspiel mit unterschiedlichen Charakteren von Kindern auszuprobieren. Eine weitere – noch praxisorientiertere – Veranstaltung für die Lehrerinnen und pädagogischen Fachkräfte ist noch im November geplant.

Bildunterschrift:

Eine ganze Reihe von Einrichtungsleiterinnen und Fachkräfte aus den Kitas sowie Lehrerinnen aus den Grundschulen erfuhren von den Dozentinnen (vorne von rechts) Claudia Hasenkopf und Anna Petrilak-Weissfeld viel Wissenswertes zum Thema Sprachförderung.

Icon czech