Die Geschichte des Landkreises Freyung-Grafenau

Wie in vielen Mittelgebirgen im süddeutschen Raum beginnt die eigentliche Geschichte des Gebiets des heutigen Landkreises Freyung-Grafenau mit der Besiedelung im Mittelalter. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, der Bayerische Wald sei schon seit der Steinzeit, spätestens aber seit den Kelten bewohnt, ist dies archäologisch nicht nachzuweisen.

Zwar zeugen gefundene Silexabschläge und Tonscherben vielerorts von der Anwesenheit von Menschen in prähistorischer Zeit, für dauerhafte Siedlungen aber fehlen gesicherte Hinweise. Viele Silex- (Feuerstein-) Bruchstücke wurden seit dem Mittelalter bei der Düngung der Äcker mit Kalk auf die Felder gebracht. Die zahlreichen Funde von Stein- und Bronzebeilen weisen auf den Brauch hin, derartige Beile („Donnerkeile“) als Abwehrzauber gegen Blitz an exponierter Lage in Häusern und Ställen aufzubewahren. Sie wurden zu diesem Zweck von weit her gehandelt und z. T. von Hausierern verkauft. Fest steht, dass schon früh Handelswege in Richtung Böhmen durch den Bayerischen Wald führten. Im Mittelalter wurde hauptsächlich Salz auf den Handelsrouten nach Böhmen transportiert. Diese so genannten „Goldenen Steige“ gehörten bis in die frühe Neuzeit zu den bedeutendsten Handelswegen im süddeutschen Raum.

Unter den Passauer Bischöfen

Bis ins 11. Jahrhundert galt der so genannte „Nordwald“, also das Gebiet zwischen Donau, Rachel und Dreisessel, als Königsgut. 1010 gelangte das Gebiet östlich der Ilz durch Schenkung als Rodungsland an das Reichskloster Niedernburg in Passau, mit dem es um die Wende des 13. Jahrhunderts an die Passauer Bischöfe fiel. Die Passauer Fürstbischöfe hatten natürlich großes Interesse daran, diese bis dahin recht dünn besiedelte, dicht bewaldete Region urbar zu machen und förderten deshalb die Rodungs- und Siedlungsarbeit. Aus dieser Zeit stammen die zahlreichen Ortsnamen, die auf -reut (roden) enden. Die Grenzen zu den Nachbarn Bayern, Österreich und Tschechien waren jahrhundertelang umstritten.  Erst unter Fürstbischof Kardinal Leopold Ernst Graf von Firmian konnten 1767 die Grenzen nach Böhmen verbindlich festgelegt werden. Diesem Bischof gelang auch der Rückkauf der seit dem 15. Jahrhundert verpfändeten österreichischen Herrschaft mit dem Pfleggericht Jandelsbrunn. Hauptort des Abteilandes war übrigens lange Zeit der Markt Waldkirchen, der direkt an einem der Hauptwege des Golden Steiges lag.

Die fürstbischöflichen Burgen Fürsteneck und Wolfstein, beide um 1200 unter Fürstbischof Wolfger von Erla zur Sicherung der Landesgrenzen angelegt, wurden im 14. Jahrhundert Sitze der fürstbischöflichen Pfleggerichte, denen auch die Märkte Perlesreut und Freyung unterstanden. Eine gerichtliche Sonderstellung konnte dagegen Waldkirchen wahren. Als einziger Ort der Region wurde der Markt 1460–1470 mit einer Ringmauer befestigt. Reste dieser Mauer sind noch heute erkennbar.

Seit 1806 bayerische Untertanen

Mit der Säkularisierung 1803 wurde das Hochstift Passau aufgelöst und fiel zunächst an das Großherzogtum Salzburg-Toskana. Erst seit 1806 sind die Bewohner des Wolfsteiner Landes bayerische „Untertanen“.

Das Gebiet westlich der Ilz, ursprünglich ebenfalls Königsland, war seit 1000 ein Bestandteil der formbachischen Grafschaft Windberg. Als die Formbacher um 1180 ausstarben, fiel das Gebiet an die Grafen von Andechs-Meran, von denen es 1207 das Hochstift Passau erwarb. Passau teilte die Grafschaft und gab im selben Jahr das Land am Oberlauf der Ilz mit der Burg Bärnstein den Halsern als Lehen. Diese gründeten noch im 13. Jahrhundert den Markt Schönberg und vergaben einzelne Güter und Rodungsbereiche ihren eigenen Dienstleuten. 1375 starben die Grafen von Hals aus. Haupterbe war Landgraf Johann von Leuchtenberg, der „im Asang“, einer Brandrodung, den Markt Grafenau anlegen ließ. Auf sein Betreiben und seine Fürsprache hin verlieh Kaiser Karl IV. dem noch jungen Markt 1376 die Stadtrechte. 1396 stiftete der Leuchtenberger das Kloster Sankt Oswald. Es lag an einem später „Gulden Strass“ genannten Handelsweg, der zuerst von Passau-Hals, später von Vilshofen über Grafenau nach Westböhmen führte. 1417 verkauften die Leuchtenberger ihre Ämter Ranfels und Bärnstein mit der Stadt Grafenau und dem Markt Schönberg an die Ortenburger, von denen sie 1438 die Bayernherzöge erwarben. Diese teilten das Grafenauer Land ihrem Rentamt Straubing zu und setzten in den Burgen Bärnstein und Dießenstein Pflegrichter ein.

Vom Bezirksamt zum Landkreis

Bis ins 20. Jahrhundert bestand der jetzige Landkreis Freyung-Grafenau aus den beiden Kreisen Wolfstein und Grafenau. Bestrebungen zur Verwaltungsvereinfachung der Landkreise des unteren Bayerischen Waldes gab es schon zu einer Zeit, da die Landkreise noch „Königliche Landgerichte“ bzw. (von 1862 bis 1938) „Bezirksämter“ hießen. Im Jahr 1959 war dann erstmals eine Zusammenlegung der Landkreise Grafenau und Wolfstein im Gespräch. Zehn Jahre später begann die Planung der „Kommunalen Neugliederung“ in Bayern. Nach Zustimmung des Landtags verfügte die Bayer. Staatsregierung mit Rechtsverordnung vom 27. Dezember 1971 die Zusammenlegung der Landkreise Grafenau und Wolfstein ab 1. Juli 1972. Am 11. Juni 1972 wählte die Bevölkerung die 50 neuen Kreisräte sowie den bisherigen Landrat des Altlandkreises Wolfstein, Franz Schumertl, zum neuen Landrat. Am 27. Oktober 1972 entschied der Kreistag des neuen Landkreises in seiner 3. öffentlichen Sitzung in Grafenau mit 33 zu 15 Stimmen den von der CSU-Fraktion vorgeschlagenen neuen Landkreisnamen: Freyung-Grafenau. Als Sitz der Landkreisverwaltung wurde gleichzeitig die Stadt Freyung, bis dahin Sitz der Landkreisverwaltung Wolfstein, bestimmt.

Die Bewohner des Wolfsteiner und des Grafenauer Landes gingen über Jahrhunderte territorialgeschichtlich getrennte Wege. Dem Volk ist die alte Grenze zwischen „Bayern“ und „Bistümlern“ noch lange bewusst geblieben. Gemeinsam hatten sie jedoch immer ihre ausgeprägte Liebe zu ihrem Wald und ein Erwerbsleben, das hauptsächlich gekennzeichnet war von Landbau, Viehwirtschaft und Waldarbeit. Seit dem 15. Jahrhundert nutzte man die natürlichen Gegebenheiten zur Arbeit in Waldglashütten, planmäßiger Holznutzung mit Holzdrift (seit dem 18. Jahrhundert) und Holzver- bzw. -bearbeitung. Im 19. Jahrhundert erreichten endlich die Eisenbahnen und neue Straßenbauten das Waldland, verbanden dieses „mit der Welt“ und leiteten eine bescheidene Industrialisierung ein.

Bereits um die Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten die ersten Sommerfrischler den Bayerischen Wald. Doch erst mit Gründung des Nationalparks Bayerischer Wald 1970 begann der Tourismus in den Landkreisen Wolfstein und Grafenau. Er zählt heute zu den wichtigsten Erwerbszweigen der Region. War der Landkreis bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts während des Kalten Krieges an den Rand Europas gedrängt worden, liegt er seit der Öffnung des Eisernen Vorhangs wieder mitten in Europa.

Fast 50 Jahre Landkreis Freyung-Grafenau – Eine Entwicklung in die Mitte Europas

 

Der Landkreis Freyung-Grafenau konnte im Jahr 2017 auf sein 45-jähriges Bestehen zurückblicken. Kein klassisches Datum für ein Jubiläum und große Feiern, aber doch Anlass zu zeigen, wo der Landkreis heute steht und wie er die Herausforderungen der Zukunft meistern will.

Der heutige Landkreis entstand 1972 im Zuge der Gebietsreform in Bayern aus den ehemals selbstständigen Kreisen Grafenau und Wolfstein. Das Gebiet des Landkreises Wolfstein gehörte bis 1803 zum Hochstift Passau, während das Grafenauer Gebiet im Kurfürstentum Bayern lag. Solchen grundlegenden und einschneidenden Strukturreformen, wie die Zusammenlegung zweier Landkreise, gehen immer rege Diskussionen und engagiertes Eintreten für lokale Interessen voraus. Deshalb hatte das Zusammenwachsen der beiden historisch unterschiedlich gewachsenen Landkreise für den „Gründungslandrat“ Franz Schumertl oberste Priorität. Ein Unterfangen, das nur in kleinen Schritten möglich war und besonderes Einfühlungsvermögen verlangte. Trotz aller Vorbehalte in den politischen Lagern bemühten sich Landrat, Fraktionschefs und Mitglieder des Kreistages stets, das Beste für den neuen Landkreis heraus zu holen. Der neu geschaffene Landkreis war eine „Zwangs- oder Vernunftsehe“. Es lag an der Bevölkerung und den politisch Verantwortlichen, daraus eine „liebevolle“, lang andauernde Beziehung zu generieren. Erst über die Jahre entwickelte sich ein gemeinsames Bewusstsein mit einem Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es für die erfolgreiche Weiterentwicklung des neuen Landkreises unerlässlich ist.

Heute leben in den 25 Städten, Märkten und Gemeinden des Landkreises rund 78.000 Bürgerinnen und Bürger. Dank ihrem Fleiß und Engagement sowie der erfolgreichen Arbeit der Institutionen, Vereine und Verbände weist der Kreis eine strukturpolitische Erfolgsbilanz auf, die sich sehen lassen kann – eine solide Basis für eine kontinuierliche, nachhaltige Weiterentwicklung. Der Landkreis Freyung-Grafenau ist der östlichste Landkreis des Freistaates Bayern. Durch den Kalten Krieg mit seinen hermetisch abgeriegelten Grenzen war er an den Rand Europas gedrängt. Das änderte sich, als im Jahr 1989 der Eiserne Vorhang geöffnet wurde. Damit rückte der Landkreis wieder in die Mitte Europas. Seit dem EU-Beitritt Tschechiens im Jahr 2004 und dem Wegfall der Grenzkontrollen drei Jahre später sind die wirtschaftlichen Verflechtungen ins Nachbarland entsprechend stark gestiegen.

Moderne Einrichtungen und Dienstleistungsbetriebe

Für seine Einwohner hält der Landkreis moderne Einrichtungen und Dienstleistungsbetriebe vor. Von zentraler Bedeutung für die Gesundheitsversorgung der Landkreis-Bürgerinnen und -Bürger sind die stationären und ambulanten Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft an den Standorten Freyung, Grafenau und Waldkirchen. Eine bedarfsgerechte, bürgernahe Grundversorgung der Patienten gewährleisten die bestens ausgestatteten Krankenhäuser Grafenau und Freyung sowie das ambulante Gesundheitszentrum Waldkirchen.

Die Krankenhäuser des Landkreises Freyung-Grafenau waren personell sowie medizintechnisch schon immer gut aufgestellt. Die Veränderungen im Gesundheitswesen erforderten jedoch stets einen Wandel und die Anpassung an neue Herausforderungen wie die sich stetig ändernden Finanzierungs- und Förderkriterien. Im Januar 2000 erfolgte die Umwandlung der damals drei Kreiskrankenhäuser (Grafenau, Waldkirchen und Freyung) in eine Kliniken gGmbH. 2015 wurde das Facharztzentrum Am Goldenen Steig gegründet.  Zum Jahresende 2018 sind die stationären Bereiche von Waldkirchen ins Krankenhaus Freyung umgezogen.  Seit diesem Zeitpunkt gibt es die drei wichtigen Säulen in der Gesundheitsversorgung im Landkreis: Für die stationäre Versorgung die beiden Krankenhäuser Freyung und Grafenau und das ambulante Gesundheitszentrum in der Stadt Waldkirchen.

Nicht nur die vom Kreis getragenen Förderschulen, Realschulen, Gymnasien und Berufsschulen einschließlich einer zentralen Ausbildungsstätte für das bayerische Dachdeckerhandwerk, sondern auch die Schule für Hotel- und Tourismusmanagement sowie die Berufsfachschulen für Alten-, Sozial-, Krankenpflege und Physiotherapie sind hervorragende Bildungs- und Ausbildungsstätten. Weitere Kreiseinrichtungen, wie die beiden Hallenbäder, Kreisbibliothek sowie das Medienzentrum für Schule und Bildung in Freyung, der Kreisjugendring und die Volkshochschule sichern ein umfassendes Dienstleistungsangebot.

Die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Freyung-Grafenau hat sich vom einstmaligen Armenhaus der Region mit bis zu 40 Prozent Winterarbeitslosigkeit im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte komplett gewandelt. Im Jahr 1972 gab es über 3.600 Fernpendler im Landkreis. Seitdem entstanden tausende neue Arbeitsplätze vor Ort. Heute beherbergt die Region Hightech-Betriebe, die ihren Arbeitnehmern dauerhafte und sichere Arbeitsplätzen bieten. Branchenvielfalt gilt als Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. Deshalb bildet ein breit gefächertes, mittelständisch geprägtes Spektrum von Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung die Grundlage unseres Wirtschaftsraumes. Kunststoffverarbeitende Betriebe, Elektrotechnik sowie Metall- und Fahrzeugbau tragen wesentlich zur vielschichtigen Palette vorwiegend kleiner und mittlerer Unternehmen bei.

Der Landkreis liegt seit vielen Jahren überwiegend im C-Fördergebiet der Regionalförderung. Dadurch konnten in den letzten zehn Jahren Investitionen in Höhe von 360 Millionen Euro finanziell unterstützt werden. Mit den Zuschüssen von 64,5 Millionen Euro wurden 1.360 neue Arbeitsplätze geschaffen und ca. 7.200 langfristig gesichert.

Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Deggendorf

Seit dem Jahr 2009 ist die Stadt Freyung Hochschulstandort. Der Technologie Campus Freyung, eine Forschungseinrichtung der THD – Technische Hochschule Deggendorf, hat sich dort in kurzer Zeit etabliert. Durch anwendungsorientierte Forschung entstehen hier marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Der Technologie Campus kooperiert mit Partnern aus der Wirtschaft und entwickelt für Unternehmen. Eine weitere Außenstelle der Technischen Hochschule Deggendorf ist das Technologie Anwender Zentrum Glas in Spiegelau. Dort kooperieren Forschung in den Bereichen der heißen Glas- und Blankpresstechnologie sowie der Prozessentwicklung und die Glasindustrie in vorbildlicher Weise. Die jüngste Außenstelle der THD ist der Campus-Standort Grafenau. Der dortige Technologie Campus bündelt das Know-how der Hochschule Deggendorf in den Bereichen Einkauf, Logistik und Supply Chain Management.

Energie und Klimaschutz

Auch energetisch geht der Landkreis Freyung-Grafenau mit gutem Beispiel voran. Bei den landkreiseigenen Liegenschaften werden die Anforderungen eines modernen Klimaschutzes weitgehend erfüllt. Ein Beispiel dafür sind die im Rahmen des sog. Schulpakets I sanierten Gymnasien und Realschulen. Dieses von Altlandrat Alfons Urban initiierte Projekt ermöglichte mit einer beispielhaften Förderung durch den Freistaat Bayern eine Generalsanierung an allen Standorten in Freyung und Grafenau sowie zusätzlich eine Erweiterung der Realschule und des Gymnasiums in Freyung. Hinzu kommt in diesem Zusammenhang auch noch die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen auf den landkreiseigenen Gebäuden in der Amtszeit des damaligen Landrats Alexander Muthmann. Das ist Klimaschutz, der sich auch wirtschaftlich rechnet. Der Landkreis, wie auch die Kommunale Service GmbH Freyung-Grafenau als Investor, setzen auf Energie aus nachwachsenden Rohstoffen. Die Biomasseheizwerke in Freyung, Grafenau und Waldkirchen versorgen die Schulzentren mit umweltfreundlicher Wärme. Seit dem Jahr 2007 steht in der Gemeinde Eppenschlag eine landkreiseigene Photovoltaikanlage. Die 16.000 Module auf einer Fläche von vier Hektar können rund 250 Haushalte mit Strom versorgen. Seit dem Jahr 2010 fördert der Landkreis Energieberatung bei privaten Wohnhäusern und im Jahr 2012 hat sich eine Bürgergenossenschaft für erneuerbare Energien im Landkreis gegründet. Alles Beispiele für eine nachhaltige und ökologisch orientierte Kreisentwicklung.

Wesentlicher Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung unseres Landkreises war aber der Fall des „Eisernen Vorhangs“. Viele Unternehmer haben aus der Grenzöffnung profitiert, vorausschauend Kontakte geknüpft und sind mit dem benachbarten, osteuropäischen Ausland in Geschäftsbeziehung getreten. Die einstmalige Randlage wandelte sich so zur Zentrallage in Europa und birgt damit erhebliche Standortvorteile. Die sind aber nur gegeben, wenn der kontinuierliche Ausbau der Verkehrsverbindungen vorangetrieben wird. Deshalb kommt dem weiteren Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, insbesondere nach dem EU-Beitritt Tschechiens, eine Schlüsselrolle zu. Auch der frühere Landrat Franz Schumertl hatte das bereits in seiner Amtszeit erkannt. Auf seine Initiative hin wurde 1974 der Zweckverband „Autobahnzubringer“ mit der Zielsetzung einer zügigen Realisierung der dringend notwendigen, überregionalen Verkehrsanbindungen gegründet.

Urlaubsregion Freyung-Grafenau

Gute Verkehrsanbindungen sind aber auch Voraussetzung für eine positive touristische Entwicklung. Heute zählt der Tourismus zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen in unserer Region. Der Landkreis ist, wenn man so will, typisch bayrisch. Der Nationalpark Bayerischer Wald ist unser wichtigster touristischer Imageträger. Zahlreiche Nationalparkeinrichtungen bieten sowohl Einheimischen als auch unseren Gästen neben Erholung in der Natur auch die Möglichkeit zur Information über Ökologie und die Region.

Den Aktivurlaubern werden neben dem Baumwipfelpfad und den Goldsteig-Wanderwegen ein umfangreiches Radwegenetz, Golfplätze, bestens gespurte Loipen und alpine Abfahrten geboten. Wanderer, Familien, Wellnessurlauber, Radfahrer – nahezu alle Zielgruppen finden im Landkreis Freyung-Grafenau das passende Angebot. Seit 1972 hat der Landkreis im Tourismus beachtliche Eigeninitiativen entwickelt. Zwei herausragende Landkreisprojekte sind der historische Wanderweg auf den Spuren des „Goldenen Steiges“ und der Zweckverband „Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut-Philippsreut“.

Über Grenzen hinweg

Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit muss man auch die Gründung der EUREGIO im Jahr 1994 als trilateraler, kommunaler Verband im Grenzgebiet von Bayern, Böhmen und Österreich hervorheben. Das Hauptziel der „EUREGIO BAYERISCHER WALD – BÖHMERWALD – UNTERER INN“ ist die Förderung der kommunalen Zusammenarbeit über die Staatsgrenzen hinweg. So sollen Gemeinsamkeiten in der Geschichte, der Kultur und im öffentlichen Leben neu belebt werden. Das Handeln wird geprägt vom europäischen Gedanken der guten Nachbarschaft.

Mit der Gründung der Europaregion Donau-Moldau am 30. Juli 2012 ist unser Landkreis noch weiter in die Mitte Europas gerückt. Die neue Europaregion ist eine trilaterale, politische Arbeitsgemeinschaft von sieben Regionen aus Tschechien, Österreich und Bayern. Sie versteht sich als Informationsdrehscheibe und Unterstützungs- und Impulsnetzwerk für die Ausweitung und Vertiefung bestehender Kooperationen. Gerade aufgrund seiner geographischen Lage an den gemeinsamen Grenzen zu Tschechien und Österreich steht der Landkreis Freyung Grafenau hier in einer besonderen Position. Nun gilt es, die Kooperation mit den Nachbarregionen in den Bereichen Politik, Verwaltung, Bildung und Wirtschaft weiter zu intensivieren.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass der Landkreis Freyung-Grafenau in seiner noch jungen Geschichte eine positive Erfolgsbilanz vorweisen kann. Sie bildet eine solide Basis für die nachhaltige Weiterentwicklung unseres Landkreises. Jetzt gilt es, einerseits das gemeinsam Geschaffene zu erhalten, andererseits neue Akzente zu setzen, um so den jungen Menschen eine Zukunftsperspektive in unserer Region zu geben.

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