Auch im Landkreis Freyung-Grafenau verbergen sich hinter vielen Türen soziale und gesundheitliche Problem-lagen – geprägt von Rückzug, Überforderung und fehlender Anbindung an das Hilfesystem. „Hausbesuche und Gespräche gehören zum Arbeitsalltag unserer Sozialpädagogen, um Menschen in belastenden Lebenssi-tuationen zu erreichen “ erklärt Frau Dr. Drachsler. Sie leitet als Ärztin den hierfür zuständigen Fachbereich am Gesundheitsamt. „Die Aufgabe der Fachkräfte besteht dann darin, Kontakt herzustellen, Vertrauen auf-zubauen und einen Weg aus der Situation aufzuzeigen.“ Das Team des Sozialpädagogischen Dienstes am Ge-sundheitsamt des Landkreises Freyung-Grafenau ist also eine Anlaufstelle für alle, bei denen das Leben gera-de auf „schwierig“ geschaltet hat.
Zuhören und verstehen
Die Hilfe beginnt am besten schon lange, bevor eine Situation eskaliert. Dabei geht es nicht nur um reine Sachbearbeitung, sondern um echtes Zuhören. Der Dienst versteht sich als Zwischenstation für Menschen, die in gesundheitlichen, persönlichen Krisen kurzzeitig die Orientierung verloren haben.
„In unserem Alltag begegnen wir oft Menschen, die sich für ihre Situation schämen. Doch eine psychische Krise oder eine Suchterkrankung kann jeden treffen“, erklärt Frau Dr. Kandlbinder, die fachliche Leitung des Gesundheitsamtes. „Es ist dann immer wieder schön zu erleben, wenn sich die Anspannung der Betroffenen löst, weil sie merken: Hier werde ich nicht bewertet, hier werde ich verstanden.“
Ein Kompass im System
Ob psychische Belastungen, Suchtprobleme oder die Herausforderungen des Älterwerdens – die Themen sind so vielfältig wie das Leben selbst. Die Sozialpädagogen koordinieren Hilfen, sind Lotsen im Sozialsystem und begleiten Betroffene – wenn nötig – auch mal über einen längeren Zeitraum. Dabei ist ihnen eines besonders wichtig: Die Selbstständigkeit der Menschen zu bewahren. „Wir wollen den Leuten helfen, dass sie ihr Leben wieder alleine meistern können“, sagt Frau Dr. Drachsler. „Manchmal ist der Behördendschungel für jeman-den, der in einer depressiven Phase steckt, einfach zu dicht. Dann nehmen wir die Leute an die Hand. Wir ge-hen auch raus, machen Hausbesuche und schauen uns die Lage vor Ort an. Wir sind die Stütze, wenn der Bo-den unter den Füßen wackelt – und das gilt ausdrücklich auch für die Angehörigen, die oft selbst am Limit sind“, ergänzt Frau Dr. Kandlbinder.
Niederschwellig und diskret
Ein entscheidender Punkt dieser Arbeit ist das Vertrauen. Die Beratung beim Sozialpädagogischen Dienst ist grundsätzlich freiwillig, kostenlos und unterliegt der strengen Schweigepflicht. „Niemand muss Angst haben, dass Informationen ungefiltert weiterfließen“, versichert Dr. Drachsler. Es ist dieses Sicherheitsnetz aus Fachwissen und Empathie, das den Dienst so wertvoll macht. Am Ende des Tages geht es darum, die über-wältigenden Probleme in Herausforderungen zu verwandeln, die man angehen kann – Schritt für Schritt, mit fachkundiger Begleitung an der Seite.
Wenn Sie denken, dass Sie selbst oder ein Angehöriger von der Unterstützung des Sozialpädagogischen Dienstes profitieren könnten, melden Sie sich gerne unter Telefonnummer 08551/57-4000 oder per E-Mail an gesundheitsamt@landkreis-frg.de.
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