Gemeinsam für eine gesündere Zukunft im Landkreis

Präventionskonferenz als Startschuss zur Umsetzung des Masterplans Prävention in Freyung-

Grafenau

Mit einer gut besuchten Präventionskonferenz ist im Landkreis Freyung-Grafenau der offizielle Auftakt zur Vorstellung des „Masterplans Prävention Bayern“ vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention gelungen. Ziel des Masterplans ist eine Präventionskultur zu etablieren: weg von einem reaktiven Gesundheitssystem hin zu einem vorausschauenden Präventionssystem, das Gesundheit langfristig stärkt und Krankheiten frühzeitig verhindert.
Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von René Kurtz, Geschäftsstellenleiter der Gesundheitsregion Plus, sowie Christopher Kessel, Sozialpädagoge am Gesundheitsamt und Geschäftsführer es Suchtarbeitskreises Freyung-Grafenau. Beide betonten die Bedeutung eines gemeinsamen Vorgehens über Fach- und Institutionsgrenzen hinweg. „Prävention kann nur dann wirksam sein, wenn alle relevanten Akteure zusammenarbeiten und ihre Perspektiven einbringen“, erklärte Kessel im Rahmen der Veranstaltung. Zum Auftakt stellte René Kurtz den Masterplan sowie dessen zentrale Ziele vor. Dabei machte er deutlich, dass Prävention künftig stärker in allen Lebensbereichen verankert werden soll: „Unser Anspruch ist es, Gesundheit nicht erst dann zu thematisieren, wenn Probleme entstehen, sondern frühzeitig anzusetzen und nachhaltige Strukturen zu schaffen.“

Bewegung und Medienkompetenz im Fokus

Einen fachlichen Impuls lieferte der Referent Dr. Andreas Weishäupl, Sportwissenschaftler von der Universität Passau. In seinem Vortrag ging er auf die zentrale Rolle von Bewegung für die körperliche
und mentale Gesundheit ein. „Regelmäßige Bewegung ist eine der effektivsten und gleichzeitig am leichtesten zugänglichen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung – sie muss jedoch stärker in den Alltag der Menschen integriert werden und bereits kleine Bewegungseinheiten haben einen Effekt“, betonte Dr. Weishäupl. Im Anschluss arbeiteten die Teilnehmenden in einem interaktiven Workshop an einem konkreten gesundheitlichen Ziel des Masterplans: der Prävention von süchtigem Verhalten und dessen Folgen. Im Fokus standen insbesondere die Bedarfe von Jugendlichen, Eltern und Schulen im Landkreis im Umgang mit Internet und digitalen Medien. Die Diskussion wurde durch aktuelle Zahlen untermauert: Über 40 Prozent der Jugendlichen verbringen täglich mehr als vier Stunden in sozialen Medien. Gleichzeitig geben mehr als 30 Prozent der jungen Nutzer an, die eigene Nutzung als belastend zu empfinden. Trotz bereits bestehender Angebote an Schulen und in Einrichtungen wurde weiterer Handlungsbedarf identifiziert – insbesondere im Hinblick auf Themen wie Online-Betrug (Scams) und den Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Die Präventionskonferenz machte deutlich, dass bereits viele engagierte Ansätze im Landkreis vorhanden sind, diese jedoch weiter vernetzt und ausgebaut werden sollten. Eingeladen waren die Mitglieder der regionalen Arbeitskreise Gesundheitsförderung und Sucht, in denen Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden, Polizei, Schulen sowie dem Gesundheitswesen zusammenarbeiten. Zum Abschluss zogen die Organisatoren ein durchweg positives Fazit. Die Konferenz sei ein gelungener Auftakt gewesen, auf dessen Basis nun konkrete Projekte entwickelt werden sollen. Diese werden künftig in Arbeitsgruppen gemeinsam mit den regionalen Akteuren geplant und umgesetzt. Die Stimmung unter den Teilnehmenden war entsprechend optimistisch: Der Startschuss für eine stärkere, vernetzte Präventionsarbeit im Landkreis ist gefallen.

(v.l.): Christopher Kessel und René Kurtz geben gemeinsam mit den Teilnehmenden den Startschuss für den Masterplan Prävention.
Foto: Landratsamt Freyung-Grafenau.


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