Mit Rechen, Saatgut und viel Motivation bewaffnet beteiligten sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler der Realschule sowie der Physiotherapieschule in Freyung, des Gymnasiums Grafenau, der Berufsschule Grafenau/Schlag und des Gymnasiums Waldkirchen an der Ansaat neuer Blühflächen auf ihrem jeweiligen Schulgelände. Gemeinsam mit Kreisfachberaterin Lena Fröhler, die die Aktion im Rahmen der ökologischen Aufwertung landkreiseigener Grünflächen organisiert hatte, wurde der Unterricht kurzerhand ins Freie verlegt. Unter fachkundiger Anleitung erfuhren die Schülerinnen und Schüler zunächst Wissenswertes über heimische Wildblumen und über die Bedeutung von Blühflächen für Insekten. Anschließend durften sie selbst bei der Ansaat der Blühflächen aktiv werden und auf diese Weise einen sichtbaren Beitrag zum Natur- und Umweltschutz leisten. Unterstützt wurden sie dabei von ihren Lehrkräften und den Hausmeistern.
Für die Einsaat wurden die von der LWG (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau) entwickelten und erprobten arten- und blütenreichen Saatgutmischungen für Stadt und Land verwendet. Die farbenfrohen Mischungen aus ein-, zwei- und mehrjährigen Pflanzen versprechen in den kommenden Jahren Blüten von Mai bis zum ersten Frost. Sie beinhalten überwiegend heimische Arten, werden jedoch zur Verlängerung Steigerung der Blütenpracht um verschiedene Kulturarten ergänzt. Mit dieser Kombination sollen die neu angelegten Blühflächen künftig nicht nur das Landschaftsbild bereichern, sondern vor allem wertvolle Lebensräume und Nahrungsquellen für zahlreiche Insektenarten schaffen. „Da der Großteil unserer heimischen Gehölze und Wildkräuter im Frühjahr und Frühsommer blüht, ist es insbesondere ab dem Spätsommer wichtig, das Blüten- und Nahrungsangebot zu ergänzen. Im Garten oder auf öffentlichen Grünflächen können artenreiche Blühflächen und Blumenwiesen, sowie spät blühende Stauden dazu einen wertvollen Beitrag leisten“, so Kreisfachberaterin Lena Fröhler. Weiterhin sei es wichtig, ungemähte Abschnitte bis zum Frühjahr stehen zu lassen, da zahlreiche Insektenarten in den hohlen Stängeln, welken Blättern und vertrockneten Blütenständen überlebenswichtige Winterquartiere finden.
Zusätzlich zu den Blühflächen an den Schulen wurde in Freyung auch auf der Wiese an der Kreuzung Grafenauer Straße/Mittermühlenweg und vor dem Dienstgebäude Schlosssteig angesät. Landrat Sebastian Gruber zeigte sich erfreut über die Aufwertung der Grünflächen und betonte, dass der Landkreis damit sowohl den ein oder anderen Blickfang, als auch wertvolle ökologische Trittsteine dazugewinne.
Noch sind die Flächen braun und unscheinbar, doch schon in wenigen Wochen sollen sie von bunten Blüten und den sie besuchenden Insekten übersät sein.
Mit dieser Initiative zur Förderung der Biodiversität möchte der Landkreis Freyung-Grafenau auch seine Kommunen, Bürgerinnen und Bürger dazu motivieren, mehr Vielfalt im öffentlichen Grün, sowie im Hausgarten zu wagen. Bei Fragen zum Thema können sich Interessierte gerne an die Kreisfachberaterin für Gartenkultur und Landespflege, Lena Fröhler wenden, unter Telefon 08551/573003, oder per E-Mail an lena.froehler@landkreis-frg.de. Gefördert wurden die Maßnahmen durch das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz der Bundesregierung.






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