Mit dem Start des neuen Schuljahres beginnt nicht nur für Schülerinnen und Schüler wieder der Unterricht. Auch die Präventionsarbeit des Gesundheitsamtes Freyung-Grafenau geht in die nächste Runde. Der Sozialpädagogische Dienst ist regelmäßig an Schulen im Landkreis unterwegs und spricht mit Jugendlichen über Themen, die manchmal unangenehm, oft spannend und vor allem wichtig sind.
Ein Schwerpunkt ist die Suchtprävention. Alkohol, Nikotin und Cannabis gehören zu den zentralen Themen. Dabei werden auch aktuelle Entwicklungen wie E-Zigaretten und andere Nikotinprodukte aufgegriffen. Neu hinzugekommen ist das Thema K.O.-Tropfen. Jugendliche sollen wissen, welche Risiken bestehen, wie sie sich und andere schützen können und was im Ernstfall zu tun ist.
Dabei gilt: Prävention funktioniert am besten ohne erhobenen Zeigefinger. Stattdessen setzen die Fachkräfte auf verständliche Informationen, Austausch und konkrete Beispiele aus dem Alltag. Schließlich ist es besser, vorher Bescheid zu wissen, als hinterher zu denken: „Hätte ich das mal gewusst.“
Sexualpädagogik und Prävention: Wissen schützt
Ein weiterer wichtiger Bereich ist die sexuelle Prävention und Aufklärung. Die Fachkräfte des Gesundheitsamtes gehen direkt in die Schulen und arbeiten altersgerecht mit den Schülerinnen und Schülern der 6. und 8. Klassen.
Themen sind unter anderem die körperliche und sexuelle Entwicklung, Verhütung und Schwangerschaft, Beziehungen und persönliche Grenzen, sexuelle Selbstbestimmung sowie der Schutz vor sexualisierter Gewalt.
Ziel ist es, Wissen statt Mythen zu vermitteln und Jugendliche darin zu stärken, ihren eigenen Körper und ihre Beziehungen selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu gestalten. Denn fundiertes Wissen hilft dabei, Unsicherheiten abzubauen und Situationen besser einzuschätzen.
Gerade externe Fachkräfte werden von Jugendlichen häufig als niedrigschwelliger wahrgenommen. Fragen, die im Klassenzimmer vielleicht nur geflüstert werden, dürfen hier offen gestellt werden – ohne Angst vor Peinlichkeit und ohne Bewertung. Und auch die Frage „Kann man davon wirklich schwanger werden?“ gehört selbstverständlich dazu.
Prävention beginnt früh
Ob Alkohol, Nikotin, Cannabis, K.O.-Tropfen oder Sexualität: Die Präventionsarbeit des Gesundheitsamtes setzt darauf, junge Menschen frühzeitig zu informieren, Selbstbewusstsein zu stärken und Handlungssicherheit zu vermitteln.
„Prävention bedeutet für uns nicht, Jugendlichen einfach zu sagen, was sie nicht tun sollen. Wir wollen ihnen Wissen und Werkzeuge an die Hand geben, damit sie selbst überlegte Entscheidungen treffen können“, so Dr. med. Karin Drachsler, Fachbereichsleitung des Sozialpädagogischen Dienstes am Gesundheitsamt Freyung-Grafenau.
Interessierte finden auf der Homepage des Landkreises ausführliche Informationen zu den angebotenen Workshops und Materialien: www.freyung-grafenau.de/praeventionsangebote-fuer-schulen.

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