Noch bis tief in den Herbst hinein läuft in Freyung die Bayerische Landesausstellung „Musik in Bayern“. Doch hinter den Kulissen richtet sich der Blick längst auf die Zeit danach. In die Räume der temporären Ausstellung wird 2027 das „eigentliche“ TonYversum einziehen. In der Freyunger Schulgasse wird derzeit gewissermaßen auf zwei Zeitebenen gearbeitet. Bis zum 8. November 2026 dreht sich alles im Gebäude rund um die Bayerische Landesausstellung „Musik in Bayern“. Besucherinnen und Besucher erleben hier Musikgeschichte in all ihren Facetten. Gleichzeitig laufen allerdings bereits die Vorbereitungen für das, was nach dem Ende der Landesausstellung in dem renovierten Gebäude entstehen wird: eine dauerhafte, interaktive Erlebniswelt rund um die Themen Schall, Klang, Musik und Hören. Der Übergang von der Landesausstellung zum TonYversum ist dabei keine kurzfristig entwickelte Nachnutzung. Die Idee eines Science Centers verfolgen die Verantwortlichen um Bürgermeister Dr. Olaf Heinrich bereits seit Jahren. Oberstes Ziel war laut Dr. Heinrich, dass das teils denkmalgeschützte Gebäude nicht nur für ein einmaliges Großereignis hergerichtet, sondern langfristig mit Leben gefüllt werden sollte. Die Landesausstellung sei damit ein entscheidender Zwischenschritt auf dem Weg zur Schaffung einer dauerhaften Bildungs- und Freizeiteinrichtung für Freyung und die gesamte Region.
In der jetzigen Phase geht es deshalb speziell darum, wie sich die künftige Mitmach-Ausstellung für ihre späteren Besucherinnen und Besucher – egal ob groß oder klein – anfühlen soll. Gemeinsam mit Projektpartnern und Experten gilt es, zielsicher Antworten zu finden: Welche Themen eignen sich besonders? Was funktioniert für unterschiedliche Altersgruppen? Wie müssen Mitmachstationen gestaltet sein, damit sie intuitiv verständlich sind und gleichzeitig einen Lerneffekt erzeugen, aber auch unterhaltsam sind? Zuständig dafür ist unter anderem das Konversionsmanagement der Stadt Freyung, das in die Förderkulisse des Regionalmanagements Freyung-Grafenau eingebettet ist. Konversionsmanagerin Carolin Schuster begleitet die Entwicklung der Mitmach-Ausstellung im TonYversum besonders eng – insbesondere an den Schnittstellen zwischen Projektentwicklung, Bildungseinrichtungen, externen Fachleuten und regionalen Netzwerken. Ein Schwerpunkt der aktuellen Arbeit liegt beispielsweise auf der Kommunikation mit Schulen. Diese sollen im Rahmen von Exkursionen künftig zu den wichtigen Besuchergruppen des TonYversums gehören. Dabei werden verschiedene Fragen vorab geklärt: Was kann eine Mitmach-Ausstellung konkret für Schulen leisten? Welche Anknüpfungspunkte gibt es zum Unterricht? Und was benötigen Lehrkräfte, damit sich ein Besuch des TonYversums sinnvoll in den Schulalltag integrieren lässt?
Das TonYversum wird sich als Science Center in der Nachnutzung deutlich von der derzeitigen Landesausstellung unterscheiden. Die Besucherinnen und Besucher können Phänomene selbst ausprobieren und Zusammenhänge durch eigenes Handeln entdecken. Damit verändert sich die Perspektive: Nicht das Ausstellungsobjekt steht im Zentrum, sondern die Aktivität der Besucherinnen und Besucher. Gerade die Entwicklung solcher Mitmachstationen verlangt eine genaue Balance. Ein Experiment muss robust genug für den täglichen Betrieb sein, ohne lange Erklärung funktionieren und Neugier auslösen. Darüber hinaus wird aktuell ein weiterer Baustein konzeptionell vorbereitet: sogenannte Science Shows. Sie sollen das Prinzip des Science Centers aus den einzelnen Mitmachstationen herauslösen und zu einem gemeinsamen Erlebnis machen. Für Besucherinnen und Besucher werden bei diesen Shows wissenschaftliche Phänomene live inszeniert, demonstriert und erklärt. Im Themenbereich des TonYversums findet sich dafür besonders viel Stoff: Schall lässt sich nicht nur erklären, sondern hören und spüren. Resonanz, Frequenzen, Schwingungen oder die Entstehung von Tönen können unmittelbar erfahrbar gemacht werden. Die Verbindung von Musik und Naturwissenschaft eröffnet zudem Möglichkeiten, Experimente mit Performance und Unterhaltung zu verbinden. Derzeit geht es hier um die konzeptionellen Grundlagen: Welche Formate passen zum TonYversum? Welche Experimente lassen sich sicher und zuverlässig vor Publikum durchführen? Und wie lässt sich wissenschaftliche Vermittlung so inszenieren, dass Unterhaltung nicht zum Selbstzweck wird?
Das Konversionsmanagement Freyung übernimmt dabei eine wichtige koordinierende Funktion. Projektpartner werden informiert, ihre Ideen aufgenommen und in die weitere Entwicklung des TonYversums einbezogen. Externe Dienstleister benötigen Ansprechpartner und klare Anforderungen. Kommunikationsmaßnahmen müssen zum Profil des Hauses passen. Ideen für Science Shows müssen mit dem Gesamtkonzept verzahnt werden. Gleichzeitig gilt es, regionale Netzwerke frühzeitig einzubinden und aus potenziellen Besuchern, Bildungspartnern und Multiplikatoren möglichst schon vor der Eröffnung Mitgestalter und Unterstützer des Projekts zu machen. Das entspricht dem Grundgedanken des über das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie geförderten Regional- und Konversionsmanagements: Strukturen entstehen nicht allein durch Investitionen in Gebäude, sondern indem Akteure miteinander verbunden und Projekte langfristig in einer Region verankert werden.

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